Besuch der Heidenroder Partnergemeinde Mad in Ungarn

Am vergangenen Wochenende stand für mich eine politische Bildungsreise (auf eigene Kosten) in die Heidenroder Partnergemeinde Mad in Ungarn an. Ich finde es einerseits wichtig, die guten Beziehungen zwischen den Gemeinde Hohenstein und Heidenrod zu pflegen, andererseits ist mir auch wichtig, die internationalen Verbindungen unserer Heimatregion kennenzulernen.

Die politische Situation in Ungarn wird in weiten Teilen der EU kritisch betrachtet. Daher wollte ich mir vor Ort ein Bild von der kommunalen Ebene machen. Wie werden EU-Gelder eingesetzt, wie positionieren sich politische Entscheidungsträger mit Blick auf die deutsch-ungarische Partnerschaft? Das waren Fragen, die mich umtrieben und ich kann sagen, dass ich positiv überrascht wurde. Die Stadt Mad liegt in der Weinbauregion Tokaj und ist ländlich geprägt. Sie liegt gut zwei Autostunden von der Hauptstadt Budapest entfernt und schon bei der Anreise fiel mir die gute Verkehrsinfrastruktur aus. Dieser Eindruck wurde durch zahlreiche Besichtigungen von öffentlichen Einrichtungen bestätigt. Viele Millionen Euro sind in verschiedenste Bildungs- und Kultureinrichtungen investiert worden. Die Förderungen wurden vielfach auch mit Mitteln des Staates um Eigenanteile ergänzt. Es ist beachtlich, wie man dadurch in relativ kurzer Zeit Infrastrukturen aufbauen / sanieren konnte. Politisch konnte ich feststellen, dass in den Zusammenhängen, die mir persönlich widerfahren sind, gerade die Minderheit der Roma keine sichtbare Diskriminierung zu erdulden hat. Mir ist allerdings bewusst, dass es diese gibt, sie tritt allerdings nicht für mich erkenntlich offen zu Tage. Die staatlichen Organe sind auch hier zu offiziellen Anlässen präsent. So war ein Vertreter der Partei Fides anlässlich der Einweihung des traditionellen Weinfestes zugegen und hielt eine Ansprache – soweit ich sie übersetzt bekam allerdings politisch unverfänglich.

Gefeiert wird in Ungarn auf sehr traditionelle Weise – modern interpretiert. Dem ökumenischen Gottesdienst folgte ein festlicher Traditionsumzug mit Pferdegespannen und am Abend eine moderne Band, die ungarische Popmusik (sehr hörenswert) zum Besten gab. In den Höfen der Weingüter spielten verschiedene „Zigeuner-Kapellen“, die eine muntere Stimmung erzeugten und mit Ihrem gekonnten Musikspiel die Menschen zum singen begeisterte.

Mein Fazit: Bei allen Differenzen im Demokratieverständnis der ungarischen Partei Fides mit weiten Teilen der deutschen und europäischen Parteien ist es doch wichtig, ins Gespräch zu kommen und gegenseitiges Verständnis durch persönliche Begegnungen wie diese zu erlangen. Ich war nun das erste Mal in Mad und ich bin sicher, es war nicht das letzte Mal.