Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (MdB) zu Gast in Hohenstein

Zu einer kurzen Stippvisite kam diese Woche der SPD Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach nach Hohenstein. Er setzte sich bereits im Frühjahr gegen die Schließung des Krankenhauses in Bad Schwalbach ein, kam auch zur Demo. Nun wollte er sich informieren, wie sich das Thema weiterentwickelt hat.

Gemeinsam mit unserem Bundestagsabgeordneten Martin Rabanus, dem Geschäftsführer des DRK Rhein Main Taunus, Herrn von Hauff, dem DRK Bereichsleiter Rheingau Taunus, Herrn Hattenbach, Angestellten des Rettungsdienstes, und Vertretern der Gemeinde Hohenstein entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über die tatsächliche Notwendigkeit von Krankenhausschließungen (gibt es quasi nicht), die neuen Anforderungen des Rettungsdienstes, allgemein über die Gesundheitspolitik. Insbesondere die personelle Ausstattung des Rettungsdienstes wird in den kommenden Jahren zur großen Herausforderung. Dadurch, dass Rettungssanitäter physisch wie auch psychisch starken Belastungen ausgesetzt sind, erreichen sie nur selten in Ihrem Beruf das Rentenalter. Vielfach werden sie frühzeitig verrentet, oder wechseln ihren Einsatzbereich beispielsweise in die Notaufnahme von Krankenhäusern. Die Ausbildung neuer Rettungssanitäter muss stark forciert werden, wobei gerade das DRK in unserer Region starken Zulauf für die Ausbildung genießt. Karl Lauterbach bezeichnet dies als einen erfreulichen Zustand, dies sei nicht überall in der Republik so. Dass die Klinik in Bad Schwalbach geschlossen wurde, sei überdies eine „Rarität“, denn seit Ende des Zweiten Weltkrieges schwanke die Anzahl der Kliniken in Deutschland lediglich um ca. 1%. Selten käme es wirklich zu einer Schließung wie in Bad Schwalbach. Es gibt aus seiner Sicht großen Grund zur Verärgerung, dass es gerade Bad Schwalbach getroffen habe. Damit werden die Fahrzeiten in umliegende Krankenhäuser länger, bestätigte der Rettungsdienst. Ich habe mich bereits kurz nach Bekanntwerden der Schließungsabsicht des Helioskonzerns für das Krankenhaus Bad Schwalbach dafür eingesetzt, dass wir für Hohenstein eine Rettungswache erhalten. Der Standort an der Feuerwehr in Breithardt war kurzfristig realisierbar und ist von der Lage her nahezu perfekt. Die Einsatzkennzahlen* entwickeln sich positiv. Ende dieses Jahres soll eine Entscheidung getroffen werden, ob und wann die Wache in Hohenstein ausgebaut und eventuell ein 24 Stunden Betrieb aufgenommen wird.

*Anmerkung: Mit der Begrifflichkeit soll der Zeitraum beschrieben werden, der von der Alarmierung bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte vergeht. Er bezieht sich nicht auf die absolute Zahl der Einsätze.