Kreistagssitzung in Corona-Zeiten

CDU, AfD, FDP und FWG lehnen Jobticket ab

Auch wenn wir mitten in der Corona Pandemie sind und die Schutz- und Hygienemaßnahmen das tägliche Leben bestimmen, geht der politische Betrieb weiter. In der Niedernhauser Autalhalle wurde großzügig bestuhlt, damit die Abstände eingehalten werden können. Es kamen nur wenige Besucherinnen und Besucher, was sich hoffentlich in zukünftigen Kreistagssitzungen wieder verbessern wird.

Auf der Tagesordnung standen eine Reihe Themen, die einerseits den Rheingau-Taunus betreffen, in Teilen aber auch für Hohenstein von Relevanz sind. Einer dieser Punkte ist die Biosphärenregion. Es wurde deutlich, dass der Schutz der Umwelt und der Naturschutz in den Parteien unterschiedlich mit wirtschaftlichen Interessen und Lobbyinteressen abgewogen wird. Ich persönlich finde es schade, dass der Kreistag, trotzdem er eigentlich keine Zuständigkeit hat, sich gegen eine Biosphärenregion ausgesprochen hat. Die SPD hat sich für den Naturschutz und die Erschließung von Fördermitteln ausgesprochen und hat deutlich gemacht, dass sie keine Angst vor Veränderung hat. Bayer Mehrheiten gilt es zu respektieren und die Welt dreht sich weiter, denn in den Gemeindeparlamenten wird es diesbezüglich die wirklich relevanten Abstimmungen geben.

Weitere wichtige Punkte waren die Generalsanierung der Beruflichen Schulen Untertaunus. Zusätzliche Mittel in Höhe von 2.700.000 Euro wurden hierfür bereitgestellt.

Besonders bedauernswert aus Sicht der Hohensteinerinnen und Hohensteiner, die beim Rheingau-Taunus-Kreis in Lohn und Brot stehen ist die Einführung des Jobtickets, die mit Stimmen der CDU, AfD, FWG und FDP abgelehnt wurde. Ein Viertel der Bediensteten wollten das Angebot direkt wahrnehmen, der Großteil der Bediensteten ist interessiert und wünscht sich eine Verbesserung des ÖPNV am eigenen Wohnort. Schade, denn die SPD hätte das gerne jetzt schon umgesetzt und nicht, wie geschehen, auf die lange Bank geschoben. Zunächst solle geprüft werden, ob man nicht mehr Homeoffice machen könne. Und dann brauchen wir weniger ÖPNV? Klaus Peter Güttler, ehemaliger Staatssekretär im Verkehrsministerium hat in einer hervorragenden und sachlichen Rede dargestellt, dass für nur 6,49 Euro im Monat pro Mitarbeitendem im gesamten RMV Verkehrsgebiet mit der bekannten Mitnahmeregelung der ÖPNV genutzt werden kann. 6,49 Euro im Monat! Das ist nicht mal eine Fahrt hin und zurück Breithardt nach Wiesbaden. Will man hier den ÖPNV torpedieren oder gönnt man es nicht den Mitarbeitenden des Kreises?