Negativer Test – Bericht aus der Quarantäne

Jetzt habe ich es hinter mir: Meine erste Quarantäne. Als Kontaktperson einer Infizierten, kam ich in das zweifelhafte Vergnügen einen Coronatest zu machen und mich umgehend in häusliche Quarantäne zu begeben. Eine ziemlich unspektakuläre Angelegenheit mit dem Test an sich, wenn man nicht aufgrund der großen Arbeitsbelastung insbesondere des Labore drei Tage auf das Ergebnis hätte warten müssen. Nun ja, die machen auch, was sie können und insofern  war ich froh, als das Ergebnis dann vorlag. Tatsächlich liegt allerdings bis heute in meiner Corona-Warn-App, von der ich eigentlich wirklich überzeugt bin, das Ergebnis immer noch nicht zum Download bereit, aber sowas kann man ja auch telefonisch abklären.

Ich hatte ja Zeit, denn die Anordnung der Quarantäne ging ja bis zum 5. November. Gesundheitliche Beschwerden hatte ich zu keinem Zeitpunkt und so hat es mich auch wenig verwundert, dass mein Coronatest negativ ausgefallen ist.

Und trotzdem musste ich in Quarantäne verweilen. Warum? Da es keine Freitestung mehr gibt, wurde vom Gesundheitsamt eine Quarantäne für 14 Tage ab dem Tag des Kontaktes mit der infizierten Person ausgesprochen, insbesondere weil ich Kontaktperson ersten Grades war. Das bedeutet, dass man direkten Kontakt ohne Mund-Nasen-Schutz über einen Zeitraum länger als 15 Minuten hatte, beispielsweise zu einem persönlichen Gespräch, in meinem Fall eine Sitzung. Ich war der direkte Sitznachbar, zwar mit dem gebotenen Abstand, aber über eine Dauer von gut zwei Stunden eben auch sehr lange.

So durfte ich die Vorzüge des Homeoffice kennenlernen. Eine wirklich gute Internetverbindung, Handy und Festnetztelefon, sowie Videokonferenzsysteme haben es mir ganz gut ermöglicht, meinen Arbeitstag von zu Hause aus zu gestalten. Und dass man seine Familie immer um sich hat, ist natürlich sowieso das Beste am Homeoffice. Aber eines ist klar, als Bürgermeister ist Homeoffice eigentlich nicht wirklich das Mittel der Wahl. Bürgermeister arbeiten mit den Bürgerinnen und Bürgern, sie leben vom persönlichen Kontakt. Und so bin ich froh, dass meine Quarantäne nun beendet ist und ich wieder ins „normale Leben“ und den gewohnten Berufsalltag eintreten kann.

Eines ist mir einmal mehr bewusst geworden: Gesundheit kann man nicht kaufen und es kann jeder krank werden. Und deswegen ist es gut, dass gerade in einer Pandemie alle Behörden, die Ärzteschaft und die Bürgerinnen und Bürger zusammenarbeiten, um gegenseitig aufeinander aufzupassen.